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handmade wardrobe // selbstgenähte Garderobe

Vor einiger Zeit bekam ich eine Nachricht von Valeria mit der Frage, ob sie Bilder von meinem Marigold-Kleid für einen Post über Hemdblusenkleider verwenden darf. Sie hat in einem Post die fünf meistgenähten Hemdblusenkleider und Beispiele verschiedener Blogger gesammelt. Den Post dazu findet ihr hier. Klar, dass ich da nicht nein sage, oder? 😉

Wir kamen ein wenig ins Gespräch und Valeria erzählte mir von ihrem Buch, indem es um das Planen und Zusammenstellen der Garderobe geht, bzw. um das Finden der Schnittführungen, die den eigenen Körper ins rechte Licht rücken. Wie ihr ja wisst, mache ich mir immer mal Gedanken um meine Garderobe, zu mir passende Schnitte und Schnittführungen sowie um meinen Kleidungsstil.

Angeregt durch Valerias Beschreibungen nahm ich mir also ihr Buch vor und ich bin begeistert (Kaufen könnt ihr dies übrigens hier)

The central piece of your wardrobe
must be your body. –Valeria Speck

Gerne erzähle ich euch aber auch erst ein wenig davon 😉

Valeria rückt die Form der eigenen Figur in den Vordergrund und die Analyse dessen. Zunächst wird gründlich vermessen, dazu gibt es zwei sehr gute Skizzen mit Erläuterungen, die einem helfen sämtliche Proportionen zu nehmen – Umfänge spielen bei Valerias Methode aber die kleinere Rolle, viel wichtiger sind die Proportionen. Daraus wird die eigene Silhouette skizziert und für die weiteren Überlegungen genutzt.

Stück für Stück führt das Buch durch die verschiedenen Formen, die als Basis für Schnitte gelten, die eigenen Vorlieben werden reflektiert und sortiert -mit zahlreichen unterstützenden Bildern. Immer mit der Fragestellung, in was wir uns wohl und fantastisch fühlen.

„What do you enjoy wearing?“
„What makes you feel fantastic and comfortable?“ – Valeria Speck

Nach der Theorie und dem Zeichnen der eigenen Silhouette auf dem Papier geht es an den Kleiderschrank und das Vergleichen des Inhalts mit den verschiedenen Formen und der Analyse des Inhalts. Durch die Analyse des Schranks und dem Vergleichen mit den optimalen Formen finden sich schnell die sogenannten Lücken zwischen all den Kleidungsstücken, die wir für unseren Alltag benötigen.

Aber damit ist man noch nicht am Ende 😉 Denn danach geht es den Schnitten und dem Stofflager an den Kragen. Alles wird sortiert in Lieblingsteile / – Schnitte / – Stoffe, Experimentteile / – Schnitte / -Stoffe und in die Dinge, die man einfach nicht mehr verwenden wird. Parallel sind bei all der Sortiererei zwei Nählisten für die nächsten drei Monate entstanden, die all die gefundenen Lücken füllen soll – die Experimentliste und die Lieblingsliste. Ein toller Nebeneffekt: Man hat einen guten Überblick über den vorhandenen Stoff, die Mengen und die vorhandenen Schnitte.

Ganz ehrlich? Ich bin noch nicht durch bei mir – aber ich wollte euch das Buch dennoch schon vorstellen, weil mich der Ansatz so sehr begeistert. Gerade  bin ich am Sortieren meines Stoffvorrats – interessiert euch ein kleiner Flohmarkt mit ausrangierten Kleidungsstücken und Stoffen? Meine Lieblingsschnitte und Experimentierschnitte stelle ich euch ganz bald vor.

zurück zum Buch…

Das abschließende Kapitel geht um die Kombination der Listen mit vorhandenem Stoff und vorhandenen Schnitten oder auch noch zu suchenden Schnitten und Stoffen. Auf jeden Fall liegen die beiden Nählisten für die nächsten drei Monate bei der Suche zugrunde. Die Suche nach Schnitten wird mit Hilfe der Lieblingsformen für die eigene Silhouette unterstützt und schult das eigene Auge hinter gemusterten Beispielen die reine Schnittführung wahrzunehmen – oder man nimmt sich am Besten gleich die technische Zeichnung des Schnittes zur Beurteilung vor.

Mit dieser pragmatischen und logischen Analyse ist das Erstellen der Nähliste gar nicht so schwierig, sich daran zu halten wird eine andere Sache 😉

Den Ansatz des Buches mag ich sehr – das Beschränken auf die der eigenen Figur schmeichelnden Schnitte und der Fokus auf die Lieblings – und Experimentteile. Es stellt sich mir nur die Frage, wie gut ich mich selbst in all dem Schnittmusterdschungel daran halten kann (bei Stoffen und Farben gelingt mir das schon ziemlich gut). Aber bei all den neu herauskommenden Schnitten muss ich mich doch auch jedes Mal fragen, ob der Schnitt für mich geeignet ist oder ob ich lieber die Finger davon lassen sollte. Mithilfe meiner Skizzen und meinen Lieblingsformen an mir selbst hoffe ich, dass die Schnittfrage mir demnächst noch um einiges leichter fällt.

Das Buch nimmt einen auf der eigenen persönlichen Nähreise an die Hand und fokussiert diese. Wenn ihr euch gerne mal Gedanken über eure Garderobe macht und auch um eure Nähliste, aber bei all den unterschiedlichen Schnittmustern nicht mehr weiter wisst, dann lohnt sich dieses Buch. Ich streite nicht ab, dass man sich erstmal ein wenig Arbeit machen muss um die eigene Figur zu analysieren und die entsprechenden Überlegungen anzustellen – nicht zu vergessen das Sortieren des Kleiderschrankes, der Schnittmuster und des Stoffes  – aber es ist Arbeit die sich lohnt, wenn man seine Garderobe so gerne selbst näht.

Meine Empfehlung für die eigene Nähreise und die Weiterentwicklung habt ihr. Das ebook bekommt ihr hier bei Valerie im Shop.*

Habt einen schönen Sonntag!
Liebste Grüße

Dominique

 

* Affiliate- Link - Wenn dir meine Empfehlung gefällt und du über diesen Link etwas einkaufst, bekomme ich eine kleine Vergütung, ohne dass du dafür mehr zahlen musst. Tausend Dank!

4 Kommentare zu “handmade wardrobe // selbstgenähte Garderobe

  1. Thank you so much! I really enjoyed reading it all, and, by the way, waiting for your Fabric Experiment section 😉

  2. Das Thema mit den Schnitten, die einem wirklich stehen und dem Stil entsprechen, ist echt ein fazinierendes! Das Buch muss ich mir wohl auch mal ansehen 😉

    Die Art, wie Valerie die Figur bestimmt, klingt für mich sehr sympathisch! Denn wenn die Proportionen nicht passen, kann man so viel oder wenig wiegen, wie man will und wird nie gut im falschen Schnitt aussehen – mit meinen 1,58m sind Rüccke knapp unterhalb des Knies beispielsweise eher schlecht, weil meine Beine eh schon kurz sind 😉

    Aber selbst mit dem toll klingenden Buch: Mein Schrank würde sich wohl kaum verändern, denn ich habe gerade keine Zeit zum Nähen 🙁 Aber so eine Liste mit Wunschteile hätte trotzdem ihren Reiz.

    Danke für die schöne Vorstellung und liebe Grüße!

  3. Ani Lorak

    Wie interessant. Früher oder später landet Frau bei diesem Thema – wenn sie selbst näht. Soviel Arbeit und dann passt es nicht zu einem… Klingt recht interessant und ja – auch ich beschäftige mich mit dem Thema – aber bei der Umsetzung hakt es… Schritt für Schritt. Eine schöne Woche!

  4. Franziska

    Das klingt wirklich spannend, kauft man Schnitte doch schon mal, weil sie einem bei Anderen gefallen.
    Das Buch gibt es lediglich als Ebook? Ich frage, weil man beim ersten Link sofort zur PayPal Seite weitergeleitet wird.
    Danke für die Buchvorstellung.

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