Blusen-Sew-Along bei Elle Puls – 2: Tutorial Schultern anpassen

Heute gibt es einen kleinen Fortschrittsbericht zu meiner Karocheyenne für den Blusen-Sew-Along bei Elke und mit im Gepäck habe ich ein kleines Tutorial für euch – die Schulterverbreiterung bzw. die Schulterbreitenveränderung, denn man kann Schultern ja auch verschmälern.

Meine Schulterbreite macht es unerlässlich, dass ich Schultern bei Webwareoberteilen und manchmal auch bei Wirkwareoberteilen geringfügig anpassen muss. Je nach Schnittdesigner ist das unterschiedlich viel. Die Methode ist aber immer gleich und auch bei Verschmälerungen anwendbar.

Bevor ich euch Schritt für Schritt zeige, wie man die Schultern eines Schnittmusters verändert, will ich euch zeigen, was die Schulteranpassung ausmachen kann. Die violette Cheyenne habe ich ohne Anpassungen genäht und ich finde, sie zieht Falten und die Schulternaht sitzt nicht dort, wo sie sitzen sollte, sondern viel weiter zum Hals hin.

Bei meiner zweiten Cheyenne  und auch dritten Cheyenne habe ich die Schultern um 2,5 cm verbreitert und die Schulternaht sitzt für mich jetzt so perfekt. Die Anpassung habe ich direkt am Schnittmuster gemacht und kann die Cheyenne jetzt einfach zuschneiden ohne über meine Anpassungen nachdenken zu müssen. So verkürzt sich die Zuschneidezeit natürlich, aber bei der Nähzeit bin ich noch nicht unter 4 Stunden, trotz meiner auf mich angepassten Nähreihenfolge, zu der ich euch nächste Woche was erzähle.

Das Vergleichsbild zeigt, wieviel die Schulterverbreiterung ausmacht und ich empfehle wirklich jedem das Schnittmuster vorweg mit einer passenden und in den Schultern gut sitzenden Bluse abzugleichen. (Achtet dabei auf die enthaltende Nahtzugabe von 5/8″ = ca. 16mm) Wenn ihr euch unsicher seid, näht eine Testbluse und überprüft den Sitz der Schulternähte.

Bevor wir starten: Das ist eine Methode mit der ich gut zurecht komme und die ich mir aus einer Erklärung aus einem Nähhandbuch erarbeitet habe. Ob sie hundertprozentig dem Schneidereihandwerk zusagt, weiß ich nicht. Aber sie hat den großen Vorteil, dass die Länge des Ärmelausschnittes und des Ärmelbogens nicht angepasst werden muss.

Für die Schulteranpassung benötigt ihr:

  • Das Schnittmuster
  • Schnittmusterpapier (oder wie die Dänen schreiben: Snitmonsterpapir)
  • Scheere
  • Stifte
  • Lineal – ich nutze dafür immer mein Patchworklineal
  • und Klebeband / MaskingTape / Tesafilm (welches es nicht auf das Foto geschafft hat)

Ihr paust die benötigte Größe aufgrund des Brustumfanges ab (übrigens nähe ich eine Größe M, falls das interessant ist, abgepaust habe ich hier für euch eine beliebige Größe).  Um die Schritte zu verdeutlichen habe ich mit farbigen Stiften gezeichnet und nicht wie sonst mit Bleistift, aber die Bleistiftstriche waren nicht so gut zu erkennen. Ich zeige euch die Vorgehensweise exemplarisch am Vorderteil. Das Rückenteil wird im Anschluss mit einem kleinen Trick genauso verändert.

Nun zeichnet ihr zwei Linien:

  • Nummer 1: Die senkrechte Linie verläuft parallel zum Stoffbruch bzw. zu der vorderen Mitte der Bluse und trifft auf die Schulter (bei mir ca. 2,5cm von der Ärmel-Schulter-Ecke entfernt)
  • Die zweite Linie verläuft im rechten Winkel zu der ersten Linie und zwar trifft diese auf den Ärmelausschnitt. Ich habe mir angewöhnt, diesen Treffpunkt im unteren Teil des Ärmelausschnittes (also nahe der Achsel) zu setzen. Dort ist die Bluse im getragenen Zustand in der Achsel und die erzielte Verbreiterung hat eine schöne Optik.

Nun zerschneiden wir das Schnittmuster an den violetten Linien (mit der kleinen Scheere gekennzeichnet). Dabei lassen wir das Schnittmuster an der pink markierten Stelle zusammen (2-3 mm stehen lassen). Diesen Fixpunkt brauchen wir als Drehpunkt für die Veränderungen an der Schulterbreite.

Hier seht ihr, was ich meine. Der pinke Punkt ist nicht durchtrennt und wird als Drehpunkt genutzt.

Zum Vergleich: Die Schulterbreite der von mir genutzten Größe S  ist im unveränderten Zustand 10cm lang (Achtung: Inklusive Nahtzugaben).

Durch das Drehen der ausgeschnittenen Schulter-Armel-Partie können wir die Schulterbreite nun verändern. Hier habe ich das Teil soweit gedreht, dass die Schulterbreite um 2,5cm breiter geworden ist.

Hier habe ich die Schulterbreite verringert auf 8,5cm  – sprich um 1,5cm verschmälert.

Für die Verbreiterung legen wir nun ein Stück Schnittmusterpapier unter unser vorbereitetes Schnittmuster und verbreitern die Schulter um den gewünschten Wert.

Dann fixieren wir die Verbreiterung der Schulter mit Klebestreifen auf dem untergelegten Stück Schnittmusterpapier. Nehmt ruhig ein paar mehr Klebestreifen und klebt später auch von hinten  – ihr wollt ja, dass das gut hält. Dann zieht eine neue Schulterlinie indem ihr den Ärmelansatz und den Halsansatz miteinander verbindet (entlang des Handmaßes).

Bei der Verschmälerung geht ihr genauso vor, wie auf dem Bild zu sehen ist.

Jetzt kommt das Rückenteil dran. Dafür zeichne ich die Nahtzugabe am unteren Rückenteil und an der Passe ein  und falte die Nahtzugabe nach hinten weg.

Dann lege ich die beiden Teile  an den Kanten aneinander und verbindet diese temporär mit einem Streifen MaskingTape. Die Verbreiterung oder auch Verschmälerung macht ihr nun wie beim Vorderteil. Nach der Veränderung trennt ihr die Passe und das untere Rückenteil wieder und faltet die Nahtzugabe wieder auf. Durch die Verdrehung ändern sich die obere Kante des Rückenteils und die untere Kante der Passe.  Beide bekommen einen kleinen Knick, den ich einfach angleiche – sprich die bisherige gerade (rechtwinklige) Kante von der rückwärtigen Mitte aus zum Ärmelausschnitt durchziehe. (Sagt Bescheid, wenn ihr hier noch ein Bild braucht).

Es gibt Schnitte, bei denen ich das Schnittmuster allerdings durch aufzeichnen auf dem Stoff verändere, weil mir da die Anpassung auf dem Papierschnittmuster zu kompliziert ist. Dazu gehört zum Beispiel der Sweatblazer Lady Grace mit seinen Prinzessnähten. Das Pinzip ist ähnlich – wenn ihr mögt, fotografiere ich bei dem nächsten Sweatblazer gerne mit.

Ich hoffe, ihr findet das Tutorial hilfreich. Bei Fragen wendet euch gerne an mich, dann erkläre ich gerne einzelne Schritte genauer. Ich würde mich freuen, wenn ihr mein Tutorial verlinkt, wenn ihr es genutzt habt.

Meine Cheyenne für den Blusen-Sew-Along liegt leider noch auf dem Stapel – das Leben 1.0 hat mich diese Woche nicht so oft an die Maschinen gelassen. Aber noch ist ja ein wenig Zeit bis zur Fertigstellung.

Habt einen feinen Sonntag!

Liebste Grüße Dominique

 

Badekappentasche mit Tutorial

Die Februartasche yum Thema Sport hat es mit mir nicht leicht gehabt. Im Gegensatz zur Januartasche hat es eine Weile gedauert, bis ich eine Idee hatte (und dann scheiterte es fast an der Hauptkomponente). Aber warum hab ich mich so schwer getan? Ich habe schon einige Sportarten ausprobiert: Handball, Karate, Reiten,… doch ganz tief in mir drin schlägt mein Herz nur für Wassersport, bzw fast jeden Sport, der mit Wasser zu tun hat: Schwimmen, Surfen, Segeln, Skifahren (Schnee ist auch nur gefrorenes Wasser). Sprich, ich bin eine geborene Wasserratte. Beim Sammeln meiner Lieblingssportarten fallen mir prompt noch mehr Taschen ein, die für meine Hobbies eigentlich noch brauchbar wären…Aber nicht mehr heute, heute widmen wir uns dem Schwimmen, früh begonnen, als Teenie viel trainiert und dann mit dem Abi aufgehört – so in etwa ist meine Schwimmkarriere zu beschreiben. Immer mit dabei: mindestens eine Badekappe, mindestens ein Badeanzug, Badelatschen, Poolboy, Jogginganzug, Handtuch. Wer regelmäßig das kühle Nass aufsucht, weiß wie blöd es ist, nasse Badesachen zu transportieren… Ich hab meine immer in die Badekappe gestopft, dann ging es halbwegs 😉

Und als Erinnerung an diese aktive Trainingszeit und als Motivation für mehr Sport im Alltag habe ich meine geliebte Hai-Badekappe reaktiviert und zu einer Badekappentasche umfunktiniert.
Und weil euch sicher interessiert, wie ich das gemacht habe, habe ich für euch mitfotografiert und die einzelnen Schritte beschrieben.

 Um eine Badekappentasche herzustellen braucht ihr folgendes:
– eine Badekappe
– Endlosreißverschluss mit einem Zipper (10 cm länger als der Umfang eurer Badekappe, wir benutzen nur eine Seite des Reißverschlusses)
– schmales doppelseitiges Klebeband (Ich hab das Wondertape von Snaply verwendet, man kann aber auch Stylefix oder ähnliches nehmen)
– ein paar Stoffklammern
– und mattes Tesafilm  (auf dem Sammelbild nicht zu erkennen)

Auf die untere Kante des Reißverschlusses klebt ihr das doppelseite Klebeband auf . Ihr lasst dabei aber die auf beiden Seiten des Reißverschlusses 12cm unbeklebt, damit das Ende des Reißverschlusses nachher unbeklebt nach außen geführt werden kann.

Dann legt ihr den Reißverschluss mittig an und beginnt die Schutzschicht von dem Klebeband zu lösen und den Reißverschluss von innen in die Badekappe zu kleben.  Achtet dabei darauf, dass der Klebestreifen 3-5 mm unterhalb der Badekappenkante erst beginnt. Wir wollen später ja nicht durch den Klebestreifen nähen.

 An der anderen Seite angelangt lassen wir den Reißverschluss „rauslaufen“, sprich ab dem Moment, wo kein Klebestreifen mehr auf dem Reißverschluss ist.

Jetzt stellt sich die Frage, ob ihr einen Nähfuß habt, der auf dem Material der Badekappen rutschen kann… Mein Teflonfuß fand das leider nicht so gut, daher hab ich zu matten Tesafilm gegriffen…

Das habe ich einfach auf die obere Kante der Badekappen geklebt und es beim Reißverschluss annähen mit festgenäht und dann abgezogen. So konnte ich gemütlich und ohne Quälerei den Reißverschluss einnähen .

Dabei habe ich etwas unterhalb der oberen Kante entlang genäht. so sieht das dann aus. Im Anschluss das Klebeband abziehen. Durch die Nadeleinstiche ging das echt gut.

Zum Schluss den Zipper aufziehen und die Reißverschlussenden mit einem Stück SnapPap, Leder, Stoff oder was auch immer einschlagen.

Nun heißt es: Fertig! Badesachen rein und es kann losgehen 🙂

Vielleicht habt ihr ja jetzt auch Lust eine Badekappentasche für eure nassen Badesachen zu nähen, dann wünsche ich viel Spaß beim Nachnähen!
Und wenn ihr mein Tutorial als Grundlage nutzt, würde ich mich über eine Verlinkung sehr freuen. 🙂

Ich wünsche euch allen einen schönen Sonntag!

Liebste Grüße
Dominique